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Meldungen aus dem Bezirksverband Braunschweig
Meldungen aus dem Bezirksverband Braunschweig

Zu Gast bei der Gruppe „Männer mit Vision“

Der Volksbund stellt seine Arbeit vor und führt über die Kriegsgräberstätte Salzderhelden

Auf Einladung der Männergruppe „Männer mit Vision" – seit 20 Jahren fester Bestandteil der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Region Dassel – war der Bezirksverband Braunschweig des Volksbundes in Salzderhelden zu Gast. Bildungsreferent Andreas Schönhöft führte die Teilnehmer zunächst über die dortige Kriegsgräberstätte und stellte anschließend in einem Vortrag die Geschichte und die aktuelle Arbeit des Volksbunds vor.

Auf der Kriegsgräberstätte Salzderhelden ruhen 377 Menschen, überwiegend deutsche Soldaten von Heer, Luftwaffe, Volkssturm und Wehrmachtsgefolge, die größtenteils in den letzten Kriegstagen im April 1945 fielen. Sie wurden von Dorffriedhöfen und anderen Grabstellen aus acht südlichen Landkreisen hierher überführt; unter den Toten befinden sich auch einzelne Zivilisten, darunter Kinder. Anhand exemplarischer Lebensläufe – vom 71-jährigen Rentner über ein knapp eineinhalbjähriges Kind bis zum Wehrmachtshauptmann – wurde deutlich, wie unterschiedlich die Schicksale sind, die sich hinter den Gräbern verbergen.

Im anschließenden Vortrag ordnete Andreas Schönhöft diese Erfahrung in die größere Geschichte des Volksbundes ein: 1919 als Bürgerinitiative zur Fürsorge für Soldatengräber gegründet, betreut der Volksbund heute weltweit rund 2,7 Millionen Gräber auf 833 Kriegsgräberstätten – allein in Niedersachsen sind es mehr als 1.300 Kriegsgräberstätten und zivile Friedhöfe mit ca. 255.000 Bestatteten.

Ein zentrales Thema des Abends war die Frage, wer eigentlich in einem Kriegsgrab liegt: Soldaten und Kriegsgefangene ebenso wie zivile Bombenopfer und Opfer autoritärer Gewalt, etwa KZ-Häftlinge. Für die Bildungsarbeit des Volksbundes folgt daraus ein klarer Grundsatz: kein „Heldengedenken", keine rein nationale Perspektive, sondern die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft als Ausgangspunkt. Schönhöft stellte in diesem Zusammenhang auch die Schulprojekte des Volksbundes vor – von Ausstellungen und einer Vielzahl an Projekten, wie den Geschichts- und Erinnerungstafeln bis zu den Jugendbegegnungsstätten in Ysselsteyn, Lommel, Niederbronn-les-Bains und auf Usedom/Golm.

Zum Abschluss lud er dazu ein, die Arbeit des Volksbundes aktiv zu unterstützen – als Mitglied, durch die Mithilfe bei den Spendensammlungen zum Volkstrauertag oder per Spende.