Kriegstote in Lerbach umgebettet
Im Zuge einer Umgestaltung des Bergfriedhofs Lerbach wurden in Lerbach bei Osterode am Harz die sterblichen Überreste von fünf Personen zur Umbettung gemeldet.
Nach den bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei den Toten mutmaßlich um ehemalige Zwangsarbeiter beziehungsweise Kriegsgefangene. Es ist jedoch noch nicht abschließend geklärt, ob auch einzelne Soldaten unter den Personen sind, die zum Kriegsende im April 1945 ums Leben gekommen sind. Die bisher treffendsten Indizien sind Hinweise auf einen Todesmarsch, welcher Anfang April durch Lerbach zog. Eine niederländische Person dieses Todesmarsches wurde bei Lerbach erschossen und auf dem Bergfriedhof bestattet. Dieser Tote wurde 2020 durch Nachfahren per DNA-Abgleich identifiziert und 2021 in die Niederlande umgebettet.
Als Umbetter fungierten Friedhofsgärtner der Stadt Osterode unter Leitung des Vorarbeiters Herrn Jödecke. Die Arbeiten fanden in Absprache mit der zuständigen Angestellten des Fachbereichs Bauen der Stadt Osterode Frau Schulze und des Bezirksgeschäftsführers des Volksbundes im Bezirk Braunschweig Herrn Gandt statt. Der Ortsbürgermeister von Lerbach, Herr Kutscher, und die für die innerdeutschen Kriegsgräber zuständige Kollegin vom Volksbund, Frau Konrad-Schotte, waren ebenfalls vor Ort. Die Arbeiten verliefen sehr zügig, da die Gebeine der Verstorbenen bereits in Plastiksäcken gesammelt waren. Dies resultiert aus einer Identifizierungsaktion, die der Volksbund in den 1960er-Jahren vollzogen hatte. In diesem Rahmen sollte durch Messung der Knochen eine bessere Übersicht erstellt werden, wie groß, alt, etc. die verstorbenen Personen sein könnten, um eine spätere Identifikation zu ermöglichen.
Die Umbettung in die neuen Gräber erfolgte in Einzelgräbern, die auf einer neu gestalteten Fläche als Kriegsgrabanlage errichtet wurde. An dieser können die Toten nun ihre letzte Ruhestätte finden.
Auf diesem Weg möchten wir uns herzlich bei den Angestellten der Stadt Osterode bedanken. Ihre Unterstützung ermöglichte es, den Toten ein würdiges und sicheres Grab zu geben. Die professionelle Vorarbeit und Ausgestaltung der neuen Kriegsgrabanlage ist als äußerst vorbildlich zu benennen.
Der Volksbund
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. setzt sich im Auftrag der Bundesregierung für die Suche, Bergung und Pflege der Gräber deutscher Kriegstoter im Ausland und im Inland ein. Sie möchten die Arbeit des Volksbundes mit einer Spende unterstützen? Wir finanzieren uns überwiegend aus Spenden und betreuen über 830 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit etwa 2,8 Millionen Kriegstoten. Im Auftrag der Bundesregierung sorgen wir seit 1919 für die Kriegsgräberfürsorge deutscher Soldaten weltweit. Zusätzlich betreiben wir als einziger Kriegsgräberdienst der Welt eine eigene schulische und außerschulische Jugendarbeit sowie eigene Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten.
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