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Meldungen aus dem Bezirksverband Braunschweig
Meldungen aus dem Bezirksverband Braunschweig

Gedenktafel am Hirschler Brink eingeweiht

Ein Zeichen gegen das Vergessen in Clausthal-Zellerfeld

Drei Männer und eine Frau auf einer Wiese vor einem Gedenkstein. Dahinter eine Tafel mit Text und Abbildungen.

Volksbund Braunschweig

Es ist, wenn nicht gerade ein LKW vorbeirauscht, ein Ort der Stille. Idyllisch liegen die Hirschler Teiche im Hintergrund. Doch ist der Hirschler Brink auch ein Ort der mahnenden Erinnerung. Seit dem 21. April ergänzt um eine Geschichts- und Erinnerungstafel, welche in einer feierlichen Zeremonie dort neu eingeweiht wurde. Sie dokumentiert den Leidensweg der Häftlinge des KZ-Außenlagers Bad Gandersheim inklusive des grausamen Todesmarsches durch den Harz in den letzten Kriegstagen 1945 und setzt den Opfern der damaligen Massaker ein dauerhaftes Denkmal.

Ein besonderer Fokus lag an diesem Tag auch auf dem bereits bestehenden Gedenkstein. Nachdem Metalldiebe die ursprüngliche Gedenkplatte entwendet hatten, konnte im Rahmen der Feierlichkeit eine neue Metallplatte präsentiert werden.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Bildungsreferenten des Volksbundes im Bezirksverband Braunschweig Andreas Schönhöft. Er begrüßte neben den Rednerinnen und Rednern auch die Vertreterin der Goslarschen Zeitung, Sponsoren und Förderinnen, sowie Gäste, die der Einweihung der neuen Tafeln bewohnten. Eine großzügige Spende für die Erinnerungstafel am Hirschler Brink erfolgte durch die Sparkassenstiftung der Region Goslar/Harz.

Die Bürgermeisterin der Stadt Clausthal-Zellerfeld, Frau Emmerich-Kopatsch, betonte in ihrer Ansprache, dass die Verbrechen direkt vor unserer Haustür geschehen seien. Sie dankte außerdem dem Engagement der CLW GmbH aus Clausthal-Zellerfeld deren Sponsoring es zu verdanken ist, dass dieser wichtige Ort der Gedenkkultur so schnell wiederhergestellt werden konnte. Die Geschäftsführer Maximilian und Hans Hendrik Burchards ließen es sich nicht nehmen, persönlich an der Einweihung teilzunehmen. Dieses Engagement hob auch Frau Emmerich-Kopatsch hervor. Die Tafel solle Wanderer und Einheimische gleichermaßen zum Innehalten bewegen. 

Der Landrat des Kreises Goslar, Herr Saipa, der auch als Kreisvorsitzender des Volksbundes sprach, hob hervor, dass das Gedenken eine Mahnung sei, jedweder Form von Ausgrenzung heute entschlossen entgegenzutreten. Er ging in seiner Rede auf die Würde des Menschen ein, die den damaligen Zwangsarbeitern auf bestialische Weise vorenthalten wurde. 

Ein weiterer Dank galt dem Verein Spurensuche Harzregion e. V., insbesondere Herrn Dr. Knolle, der die inhaltliche Aufarbeitung der Tafeln maßgeblich gestaltet hat. Er schilderte eindringlich die historischen Hintergründe der Todesmärsche vom April 1945, insbesondere der unmenschlichen Umstände, die zum Massaker am Hirschler Brink führten.

Den geistlichen Abschluss gestaltete Pfarrer Pehle, der in einem gemeinsamen Gebet im Anschluss an seine Rede an die Individualität und Würde jedes einzelnen Opfers erinnerte.

Ein herzlicher Dank galt zudem der Goslarschen Zeitung, die mit einer engagierten Journalistin vor Ort war, um über die Veranstaltung zu berichten. Für den Volksbund ist eine gute Zusammenarbeit mit der Presse von existenzieller Bedeutung. Als Verein finanziert sich der Volksbund neben Mitgliedsbeiträgen überwiegend aus Spenden. Nur durch diese Unterstützung ist es möglich, die vielfältigen Aufgaben – von der Gräberpflege über die Installation von Gedenktafeln bis hin zur wichtigen Bildungsarbeit mit Schulen – aufrechtzuerhalten. 

Mit der Einweihung der Tafel am Hirschler Brink ist ein weiterer wichtiger Baustein in der Erinnerungskultur der Harzregion gesetzt worden. Sie dient als stumme Zeugin einer dunklen Zeit und als Appell an künftige Generationen: „Nie wieder.“

Ein Mann mit Brille und Bart schaut direkt in die Kamera
Andreas Schönhöft Bildungsreferent

Bezirksverband Braunschweig